Pollenallergie: Tipps aus der Apotheke
Pollen sind verantwortlich dafür, dass etwa 1 Million Österreicher in der schönen Jahreszeit mit Niesattacken, rinnender oder verstopfter Nase und Atembeschwerden kämpfen. Dabei wiederum sind Birkenpollen im Frühjahr, die Gräserpollen ab ca. Mai und Ragweed im Herbst die häufigsten Auslöser. Alljährlich gibt es mehr Menschen, die auf den Blütenstaub von Birken allergisch reagieren. Mittlerweile reagiert die Hälfte aller Patienten mit Pollenallergie auf Birkenpollen. Ob die Birkenpollen aggressiver werden, oder die Menschen anders reagieren ist nicht klar. Die Gräserpollensaison startet im Mai startet in West- und Mitteleuropa und in den nördlichen Gebieten kann es schon Juni oder erst Juli werden, bis die ersten Gräser zu blühen beginnen. Wegen der Vielfalt der Arten dauert die Saison in der Regel etwa zwei Monate oder noch länger. Gräserpollen haben eine hohe allergene Potenz. DIE BEHANDLUNG VON ALLERGIEN BASSIERT AUF DREI SÄULEN

  • Vermeiden des Kontaktes mit dem Allergen
  • Unterdrücken der Symptome mit antiallergischen Medikamenten oder anderen Behandlungen und
  • Immuntherapie (Allergie-Impfung, Hyposensibilisierung): Bisher standen zwei Möglichkeiten einer Immuntherapie zur Verfügung: das Allergen regelmäßig unter die Haut spritzen zu lassen oder täglich unter die Zunge zu tropfen. Seit 2006 gibt es diese Behandlungsoption erstmalig als innovative Tablette für Gräserpollenallergiker. Idealer Zeitpunkt für den Therapiebeginn ist der Herbst.

Das Vermeiden des Allergenkontaktes ist die beste Lösung, gefolgt von der medikamentösen Therapie und der Allergie-Impfung. Die optimale Lösung stellt natürlich eine Kombination aller drei Möglichkeiten dar. SO KÖNNEN SIE DEN POLLEN BESSER AUS DEM WEG GEHEN:

  • Versuchen Sie, an Tagen starker Pollenbelastung längere Aufenthalte und Sport im Freien zu meiden und Ihren Tagesrhythmus auf die Belastungshöchstwerte einzustellen.
  • Notwendige Wege am besten ganz in der Früh erledigen.
  • Wiesen und Getreidefelder meiden
  • Nützen Sie Pollenwarndienste und Pollenkalender. www.pollenwarndienst.at
  • Tragen Sie Sonnenbrillen
  • Vermeiden Sie zusätzliche Anstrengung für die Augen.
  • Lüften Sie nur an belastungsarmen Tagen.
  • Intensivieren Sie Körper- und Kleidungspflege. Pollen bleiben am Körper und an der Kleidung haften.
  • Deponieren Sie getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer.
  • Trocknen Sie die Wäsche nicht im Freien.
  • Halten Sie die Wohnung staubfrei. Verwenden Sie einen Staubsauger mit Filter oder wischen Sie feucht.
  • Flüchten Sie in den Urlaub. Planen Sie in der Pollenhauptsaison einen Urlaub ein. Ab einer Seehöhe von 1.500 m und am Meer bzw. auf küstenfernen Inseln sind Sie vor den Pollen sicher. Beachten Sie die Faustregel: je weiter südlich, desto früher fliegen die Pollen.
  • Stopp Smoking. Nikotin schädigt die Schleimhäute der Atemwege und macht sie anfälliger für die Reizung durch Pollen.
  • Reinigen Sie Ihr Haustier. Auch bei den Haustieren setzen sich Pollen im Fell fest und sie bringen diese so in die Wohnung.
  • Nicht die Augen reiben. Durch den Druck des Reibens wird Histamin freigesetzt und der Juckreiz wird verstärkt.
  • Für Heuschnupfen-Allergiker wichtig: den Rasen vor der Gräserblüte Anfang bis Mitte Mai mähen und immer ganz kurz halten. Anstelle von pollenstarken Pflanzen wie Birke und Hasel sollten Rosen, Lippenblütler wie Lavendel und Salbei sowie Kletterpflanzen angebaut werden.
  • Nasenspülungen oder Sprays mit physiologischer Kochsalzlösung lindern die Beschwerden.
  • Körperliche und seelische Fitness hebt die Widerstandskraft. Das gilt auch für Allergien.
  • Vollwertkost in den Speiseplan einbauen, auch das steigert die Fitness.
  • Vorsicht: Soja, Stutenmilch und Pollenkörner, die als „Immunstimulantien“ vermarktet werden, können ebenfalls Allergien hervorrufen.
  • Das seelische Gleichgewicht ist eine Säule der Gesundheit: Kleine „Inseln“ von Ruhe und Erholung während des Tages vermindern den Stress.

Eine Allergie ist ein chronischer Entzündungsprozess. Versäumt man eine frühzeitige und adäquate Behandlung, so folgt durch die ständige Belastung häufig ein “Etagenwechsel” zu Entzündungen der tiefer gelegenen Atemwege. Im Laufe der Zeit ist dann ein – mitunter lebensbedrohliches – allergisches Asthma die Folge.

Quelle: Österreichischen Apothekerkammer 2019 www.apotheker.or.at